02.03.2016 | Wissenschaft & Forschung

ALS- Patienten für Studienteilnahme gesucht

Max- Planck- Institut für Intelligente Systeme

Das Max Planck Institut für intelligente Systeme in Tübingen sucht ALS- Betroffene , die Lust haben sich an einer Studie zur Entwicklung eines Kommunikationssystems zu beteiligen.

Im Rahmen einer Doktorarbeit soll ein Kommunikationsgerät entwickelt werden, das keinerlei Muskelaktivität benötigt.

Das System soll erarbeitet werden um ALS- Patienten in weit fortgeschrittenem Stadium zu ermöglichen, weiterhin mit der Umwelt zu kommunizieren.

Hierfür wird die Gehirnaktivität der Probanden  während verschiedener Gedankenzüge untersucht.

Zur Messung wird ein EEG (Elektroenzephalogramm) benutzt, welches die Gehirnaktivität über 124 Kanäle aufzeichnet. Die Elektroden werden mittels einer Kappe befestigt. Dazu wird an jeder Elektrode ein Gel aufgetragen und die Haut ein wenig aufgeraut.

Im Anschluss ist eine Haarwäsche erforderlich um das Gel wieder auszuwaschen.

Während des Experimentes hören  Sie  Adjektive und entscheiden:

  • Ob dieses Adjektiv charakterisiert
  • Ob es auf eine andere Person zutrifft
  • Sie zählen in Gedanken wie viele Silben das Adjektiv hat

Das Experiment dauert ca. 2-3 Stunden und wird mit 12€ pro Stunde vergütet (inkl. Haarwäsche).

Das Team führt die Untersuchung bei den Probanden zu Hause durch. Die Anfrage richtet sich an Interessierte aus dem gesamten Bundesgebiet.

Voraussetzungen sind:

  • Sie müssen an ALS erkrankt sein
  • Sie dürfen keine weiteren neurologischen Erkrankungen haben
  • Sie dürfen nicht schwerhörig sein
  • Sie müssen deutsch als Muttersprache sprechen
  • Sie müssen die Bereitschaft aufbringen, über den Zeitraum des Experimentes Gel an verschiedenen Stellen in den Haaren und auf der Kopfhaut zu haben, welches danach wieder ausgewaschen werden muss.

Nach Untersuchungen mit gesunden Probanden, können die Forscher anhand der Hirnströme bereits unterscheiden, ob diese über sich nachdenken oder gerade Kopfrechnen. So können gesunde Probanden beispielhaft mit „Ja“ antworten indem sie über sich nachdenken oder mit Nein indem sie eine Rechenaufgabe lösen.

Als zweiter Schritt soll nun überprüft werden ob die Hirnströme von ALS- Patienten ähnlich sind.

Bei Fragen und Interesse, können Sie sich gerne per E- Mail an Frau Tatiana Fomina wenden.

E-Mail: tfomina [at] tuebingen.mpg.de