Heilmittel und Hilfsmittel

Heilmittel (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie)

Die Kassenverbände auf Bundesebene und der GKV-Spitzenverband erklären ihre Bereitschaft, zeitlich befristet von den bisherigen Regelungsvorgaben der Versorgung mit Heilmitteln abzuweichen.

  • Die Erbringung der Therapie kann flexibler gestaltet und unnötige Arztkontakte sollen vermieden werden. Dazu bleiben einige Vorgaben der Heilmittelrichtlinien ausgesetzt und Therapeut und Patient können z. B. später mit der Behandlung beginnen und auch längere Unterbrechungsfristen vereinbaren, ohne dass neue Verordnungen ausgestellt werden müssen. Zudem können die Heilmittelerbringer einige notwendige Änderungen bzw. Ergänzungen an den vom Vertragsarzt auf dem Verordnungsblatt gemachten Angaben selbst vornehmen.
  • Die Behandlung kann nun in vielen Heilmittelbereichen auch im Rahmen einer telemedizinischen Leistung erbracht werden, sofern dies aus therapeutischer Sicht sinnvoll ist.
  • Zudem wird eine Teilabrechnung bereits erbrachter Leistungen ermöglicht und alle Verordnungen können zeitnah - also auch mehr als einmal pro Monat - abgerechnet werden.

Grundsätzlich ist die Heilmittelversorgung (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Ernährungstherapie) ambulant weiter zugänglich. Seit 18. März 2020 haben die gesetzlichen Krankenkassen auch Videotherapie als eine Möglichkeit der Behandlung zugelassen. Das gilt vorerst bis zum 31. Mai 2020 und soll die Möglichkeit eröffnen, die Therapie fortzuführen, ohne dass die Klienten in die Praxis gehen müssen. Auch wenn Videotherapie die persönliche Therapie nicht vollständig ersetzen kann und sie nicht für alle Klienten oder Maßnahmen geeignet ist, so kann sie derzeit dennoch eine sinnvolle Option sein. Voraussetzung ist eine gültige Verordnung.

Der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V. bietet aktuelle Informationen, Antworten auf häufige Fragen und Materialien für physiotherapeutische Praxen.

Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten e. V. (DVE) bietet Informationen für ergotherapeutische Praxen und ihre Patienten (nur für Mitglieder des DVE).

Der Bundesverband für Logopädie e. V. (dbl) bietet umfangreiche Informationen für logopädische Praxen und eine Broschüre "Risikoarmes Arbeiten im Alltag einer logopädischen Praxis". Die Broschüre entstand in Kooperation des dbl mit dem Hygiene Technologie Kompetenzzentrum (HKT) in Bamberg. Wir bedanken uns bei Cordula Winterholler (M. A.), Mitglied des DGM-Arbeitskreises Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie für dieses hilfreiche Instrument, das gleichermaßen dem Schutz der Logopädinnen und Logopäden sowie ihrer Patientinnen und Patienten dient.

Aktiv durch den Alltag – Bewegungsmöglichkeiten auch für Zuhause:  Im nachfolgenden Download finden Sie ein Übungsprogramm für Patientinnen und Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (NME), erarbeitet vom Friedrich-Baur-Instituts an der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität München.

Hilfsmittel

Die erforderlichen Isolations- und Quarantänemaßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus (SARS-CoV2) führen zu Einschränkungen im täglichen Leben und bei der Verfügbarkeit bestimmter Gesundheitsprodukte. Dies wirkt sich auch auf die Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelversorgung aus. Der GKV-Spitzenverband gibt daher Empfehlungen zur Sicherung der Versorgung mit dem Ziel, die Versorgung in dieser außerordentlichen Situation zu erleichtern und aufrechtzuerhalten. Die Empfehlungen wurden mit den Kassenartenvertretern abgestimmt. Sie gelten zunächst bis zum 30. Juni 2020. Angesichts der Dynamik der Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Hilfsmittel-Leistungserbringer und der damit verbundenen Detailprobleme ist vorgesehen, diese Empfehlungen um weitere Hinweise zu ergänzen und jeweils an die aktuelle Lage anzupassen.