Heilmittel und Hilfsmittel

Viele Lockerungen bei Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln

Alle gültigen Corona-Sonderregeln des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln finden Sie auf der Fokusseite des GKV-Spitzenverbandes zum Coronavirus.

Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Regelungen:

Hilfsmittel

  • Der GKV-Spitzenverband bietet auf der Fokusseite zum Coronavirus Empfehlungen zur Sicherung der Hilfsmittelversorgung in der Pandemie, Sonderreglungen der Hilfsmittelrichtlinie sowie Fragen und Antworten zur Gestaltung der Hilfsmittelversorgung.
  • Vertragsärzte dürfen Folgeverordnungen von Hilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind, sowie Zubehörteile oder Ersatzbeschaffungen, mit Ausnahme von Seh- und Hörhilfen auch nach telefonischer Anamnese ausstellen und postalisch an den Versicherten übermitteln (Portokosten werden erstattet).
    Patienten müssen also nicht in die Praxis kommen, nur um sich ein Rezept oder eine Verordnung abzuholen. Möglich ist das allerdings nur, wenn der Patient bei dem Arzt bereits in Behandlung ist. In diesem Fall muss auch nicht die elektronische Gesundheitskarte eingelesen werden: Die Versichertendaten aus der Patientenakte dürfen übernommen werden.

Heilmittel (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie)

  • Vertragsärzte dürfen alle Folgeverordnungen zur Heilmittelbehandlung auch nach telefonischer Anamnese ausstellen und postalisch an den Versicherten übermitteln (Portokosten werden erstattet).
    Patienten müssen also nicht in die Praxis kommen, nur um sich ein Rezept oder eine Verordnung abzuholen. Möglich ist das allerdings nur, wenn der Patient bei dem Arzt bereits in Behandlung ist. In diesem Fall muss auch nicht die elektronische Gesundheitskarte eingelesen werden: Die Versichertendaten aus der Patientenakte dürfen übernommen werden.
  • Heilmittelbehandlungen können per Video durchgeführt werden, wenn der Patient dem zustimmt und eine persönliche Behandlung aufgrund der aktuellen Pandemielage nicht erfolgen kann. Die Behandlung per Video muss datenschutzkonform erfolgen. Ein gesonderter Hinweis auf der Verordnung ist nicht erforderlich. Die Entscheidung wird in Abstimmung zwischen dem Therapeuten und dem Patienten getroffen.
  • Eine Heilmitteltherapie muss erst innerhalb von 28 Tagen nach Verordnungsdatum beginnen, regulär sind es 14 Tage. Damit soll einem in den Praxen möglicherweise bestehenden Terminstau bei Heilmittelbehandlungen, die bedingt durch die Corona-Pandemie nicht begonnen werden konnten, entgegengewirkt werden. (Gilt bis: 31. Dezember 2020)
  • Verordnungen verlieren nicht ihre Gültigkeit, wenn die Behandlung länger als 14 Kalendertage unterbrochen wird.

Der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V. bietet aktuelle Informationen, Antworten auf häufige Fragen und Materialien für physiotherapeutische Praxen.

Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten e. V. (DVE) bietet Informationen für ergotherapeutische Praxen und ihre Patienten (nur für Mitglieder des DVE).

Menschen mit NME zählen zu den Risikogruppen, die besonders gefährdet sind für einen schweren oder tödlichen Verlauf einer COVID-19-Erkrankung. Darüber hinaus können bei eingeschränkter Atemfunktion schon einfache saisonale Atemwegsinfektionen lebensbedrohlich sein oder gravierende Folgen für sie haben. Da im Therapiesetting der logopädischen Behandlung Tröpfchen und Aerosole verstärkt produziert werden, die Mimik und das sichtbare Mundbild des Gegenübers aber zugleich ein wesentlicher Aspekt der Behandlung sind, wurden Empfehlungen zum riskoarmen Arbeiten und transparente Schutzmasken für die logopädische Arbeit entwickelt. Die Maßnahmen und Masken dienen gleichermaßen dem Schutz der Patienten wie auch der Heilmittelerbringer. Der Bundesverband für Logopädie e. V. (dbl) bietet umfangreiche Informationen für logopädische Praxen und eine Broschüre "Risikoarmes Arbeiten im Alltag einer logopädischen Praxis". Ein Poster zeigt eine Übersicht transparenter Masken für die logopädische Arbeit im Leistungstest. Sowohl die Broschüre als auch die Entwicklung transparenter Masken entstand in Kooperation des dbl mit dem Hygiene Technologie Kompetenzzentrum (HKT) in Bamberg, die Forderung des dbl wurde von der DGM in einem CTA (call to action) unterstützt. Wir bedanken uns bei Cordula Winterholler (M. A.), Mitglied des DGM-Arbeitskreises Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie für diese hilfreichen Instrumente, die gleichermaßen dem Schutz der Logopädinnen und Logopäden sowie ihrer Patientinnen und Patienten dienen.

Aktiv durch den Alltag – Bewegungsmöglichkeiten auch für Zuhause:  Im nachfolgenden Download finden Sie ein Übungsprogramm für Patientinnen und Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (NME), erarbeitet vom Friedrich-Baur-Instituts an der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität München.