Heilmittel und Hilfsmittel

Viele Lockerungen bei Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln

Fast alle Sonderregelungen, die bereits im Frühjahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie für veranlasste Leistungen galten, tritten ab 2. November 2020 wieder in Kraft. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen. Alle gültigen Empfehlungen und Vereinbarungen finden Sie auf der Fokusseite des GKV-Spitzenverbandes zum Coronavirus.

Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Regelungen:

Hilfsmittel

  • Der GKV-Spitzenverband bietet auf der Fokusseite zum Coronavirus Empfehlungen zur Sicherung der Hilfsmittelversorgung in der Pandemie, Sonderreglungen der Hilfsmittelrichtlinie sowie Fragen und Antworten zur Gestaltung der Hilfsmittelversorgung.
  • Vertragsärzte dürfen Folgeverordnungen von Hilfsmitteln, die zum Verbrauch bestimmt sind, sowie Zubehörteile oder Ersatzbeschaffungen, mit Ausnahme von Seh- und Hörhilfen auch nach telefonischer Anamnese ausstellen und postalisch an den Versicherten übermitteln (Portokosten werden erstattet).
    Patienten müssen also nicht in die Praxis kommen, nur um sich ein Rezept oder eine Verordnung abzuholen. Möglich ist das allerdings nur, wenn der Patient bei dem Arzt bereits in Behandlung ist. In diesem Fall muss auch nicht die elektronische Gesundheitskarte eingelesen werden: Die Versichertendaten aus der Patientenakte dürfen übernommen werden. (Gilt bis: 31. Januar 2021)

Heilmittel (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie)

  • Vertragsärzte dürfen alle Folgeverordnungen zur Heilmittelbehandlung auch nach telefonischer Anamnese ausstellen und postalisch an den Versicherten übermitteln (Portokosten werden erstattet).
    Patienten müssen also nicht in die Praxis kommen, nur um sich ein Rezept oder eine Verordnung abzuholen. Möglich ist das allerdings nur, wenn der Patient bei dem Arzt bereits in Behandlung ist. In diesem Fall muss auch nicht die elektronische Gesundheitskarte eingelesen werden: Die Versichertendaten aus der Patientenakte dürfen übernommen werden. (Gilt bis: 31. Januar 2021)
  • Heilmittelbehandlungen können per Video durchgeführt werden, wenn der Patient dem zustimmt und eine persönliche Behandlung aufgrund der aktuellen Pandemielage nicht erfolgen kann. Die Behandlung per Video muss datenschutzkonform erfolgen. Ein gesonderter Hinweis auf der Verordnung ist nicht erforderlich. Die Entscheidung wird in Abstimmung zwischen dem Therapeuten und dem Patienten getroffen. (Gilt bis: 31. Januar 2021)
  • Eine Heilmitteltherapie muss erst innerhalb von 28 Tagen nach Verordnungsdatum beginnen, regulär sind es 14 Tage. Damit soll einem in den Praxen möglicherweise bestehenden Terminstau bei Heilmittelbehandlungen, die bedingt durch die Corona-Pandemie nicht begonnen werden konnten, entgegengewirkt werden. (Gilt bis: 31. Dezember 2020)
  • Verordnungen verlieren nicht ihre Gültigkeit, wenn die Behandlung länger als 14 Kalendertage unterbrochen wird. (Gilt bis: 31. Januar 2021)

Der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V. bietet aktuelle Informationen, Antworten auf häufige Fragen und Materialien für physiotherapeutische Praxen.

Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten e. V. (DVE) bietet Informationen für ergotherapeutische Praxen und ihre Patienten (nur für Mitglieder des DVE).

Der Bundesverband für Logopädie e. V. (dbl) bietet umfangreiche Informationen für logopädische Praxen und eine Broschüre "Risikoarmes Arbeiten im Alltag einer logopädischen Praxis". Die Broschüre entstand in Kooperation des dbl mit dem Hygiene Technologie Kompetenzzentrum (HKT) in Bamberg. Wir bedanken uns bei Cordula Winterholler (M. A.), Mitglied des DGM-Arbeitskreises Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie für dieses hilfreiche Instrument, das gleichermaßen dem Schutz der Logopädinnen und Logopäden sowie ihrer Patientinnen und Patienten dient.

Aktiv durch den Alltag – Bewegungsmöglichkeiten auch für Zuhause:  Im nachfolgenden Download finden Sie ein Übungsprogramm für Patientinnen und Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (NME), erarbeitet vom Friedrich-Baur-Instituts an der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität München.