Eltern und Kinder

Schutzimpfungen gegen COVID-19 bei Kindern und Jugendlichen

Mit ihrem Beschluss vom 10.06.2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit Vorerkrankungen aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung eine Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty (BioNTech/Pfizer). Dazu zählen auch chronische neuromuskuläre Erkrankungen.

Zusätzlich wird die Impfung Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z.B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie).

Der Einsatz von Comirnaty bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 – 17 Jahren ohne Vorerkrankungen wird derzeit nicht allgemein empfohlen, ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz möglich.


  • Corona und  Du: Infoportal zur psychischen Gesundheit für Kinder, Jugendliche und Eltern der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, LMU Klinikum, München
  • Informationen für Kinder: Sonderseite des WDR, auf der täglich Fragen kindgerecht beantwortet werden
  • Wie erkläre ich meinem Kind die aktuelle Corona-Krise? Diese schon für Erwachsene nicht einfache Situation, ist für Kinder noch weit mehr beängstigend. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat Tipps für Eltern zusammengetragen.
  • Aufregung im Wunderwald: eine Bildergeschichte zur Corona-Situation für Kinder, erzählt von Björn Enno Hermans und illustriert von Annette Walters. In mehreren Sprachen als PDF und als mp3-Audiodatei auf Deutsch hier zum Herunterladen.

Schulbesuch von Kindern mit Neuromuskulärer Erkrankung

Sollte oder kann mein Kind in die Schule gehen? Was ist zu beachten? Wie komme ich an ein Schulattest?

Es gibt hierfür keine allgemeingültige Richtlinie. Die Entscheidung, ob Ihr Kind die Schule in der derzeitigen Situation besuchen soll, muss individuell getroffen werden. Besprechen Sie sich dazu mit dem betreuenden Neuropädiater an Ihrem Sozialpädiatrischen Zentrum oder Ihrem Kinderarzt. Erkundigen Sie sich bei der Schule zu den geplanten Maßnahmen. Wägen Sie Gegebenheiten und Bedingungen an der Schule ab. Ihr Kinderarzt kann für Ihr Kind unter Betrachtung der individuellen gesundheitlichen Situation eine Risikoeinschätzung vornehmen und ggf. ein ärztliches Attest ausstellen.

Für eine Risikoeinschätzung sollten folgende Punkte beachtet werden:

Schule:

  • Wie kommt Ihr Kind in die Schule? Bringen Sie Ihr Kind oder wird es z. B. in einem gut besetzten Kleinbus gefahren, ist es auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen?
  • Klassengröße: Bei einer Klassengröße von beispielsweise sieben Kindern mit Platz zum Abstandhalten und der Möglichkeit, bei Bedarf eine Maske zu tragen, ist das Risiko geringer zu erkranken.
  • Besteht eine Maskenpflicht? Werden Masken zur Verfügung gestellt? Desinfektionsmittel?
  • Wie lange dauert der Unterricht? Wie ist die Pausensituation?
  • Ist Online-Unterricht eine Alternative?

Welche gesundheitlichen Faktoren spielen eine Rolle?

  • Tendenziell ist das Risiko für Kinder, die keine pulmonale Beteiligung haben, eher kleiner.
  • Bei Kindern mit einer relevanten Ventilationsstörung, die eine Form der Atemunterstützung bedürfen, sollte das Risiko eines Schulbesuchs sehr sorgfältig mit den behandelnden Ärzten besprochen werden.
  • Bei Kindern, die sich in einem Zwischenbereich befinden, ist eine individuelle Entscheidung unter Berücksichtigung der Gesamtsituation zu treffen.

Für Eltern könnte o.g. ärztliches Attest auch relevant zur Vorlage beim Arbeitgeber sein. Darin sollte vermerkt sein, dass das Kind zur Risikogruppe gehört, eine Notbetreuung nicht möglich und der Schulbesuch ausgeschlossen ist.

Auf den Seiten der Kultusministerien der Länder finden sich Informationen zu Hygienemaßnahmen in den Schulen, Definitionen für Schüler mit Risikofaktoren und Hinweise zu individuellen Unterrichts- und Prüfungsmöglichkeiten.