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Forschung bei ALS

Forschungsförderung durch die DGM bedeutet das Menschliche vor wirtschaftliche Faktoren zu stellen. Amyotrophe Lateralsklerose gehört wie alle neuromuskulären Erkrankungen zu den seltenen Erkrankungen. Durch die Seltenheit und Vielfalt der Erkrankungen sind sie für die Pharmaindustrie nicht attraktiv genug. Im englischen Sprachraum spricht man von den „orphan dieseases“ – neuromuskuläre Erkrankungen wie ALS sind die Waisenkinder der Forschung.

Forschung ist aber zwingend notwendig, um die komplexen Zusammenhänge zu verstehen, die zum Beispiel ALS verursachen und beim Betroffenen ausbrechen lassen. Erst wenn die Grundlage für diese Erkrankungen geklärt ist, können Forscher sich auf die Suche nach einem Heilmittel begeben.

Aus diesem Grund ist eine der wichtigsten Aufgaben der DGM schon von Anfang an die Förderung der Forschung. Für die Forschungsförderung der DGM sind nicht ökonomische Berechnungen ausschlaggebend, sondern wissenschaftlich geprüfte Kriterien werden für die Vergabe von Forschungsgeldern herangezogen.

Jedes Jahr vergibt die DGM, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Gelder für die Erforschung von neuromuskulären Erkrankungen. Forscher aus ganz Deutschland können Anträge auf Förderung für ihr Projekt stellen Die eingereichten Projektanträge werden vom Wissenschaftlichen Beirat der DGM geprüft. Ihre Empfehlung geht an der Vorstand, welcher letztendlich über die Förderung entscheidet.

Nahezu alle Muskelerkrankungen zählen zu den seltenen bis sehr seltenen Erkrankungen. Deshalb ist die internationale Vernetzung der Wissenschaft auf diesem Gebiet so wichtig. Die DGM ist Vollmitglied des European Neuromuscular Center (ENMC), um den Austausch von Wissenschaftlern auf europäischer und internationaler Ebene zum Nutzen muskelkranker Menschen zu fördern. Als Vollmitglied wird die DGM im Executive Committee (EC) des ENMC durch das Vorstandsmitglied Dr. Arpad von Moers vertreten. Mit Hilfe der DGM werden internationale Workshops zu ausgesuchten Themen finanziert. Das ENMC ist Mitglied des orphannet und von TREAT-NMD, zwei weiteren internationalen Netzwerken.
Forschungskonferenzen und -symposien tragen ebenso zum Austausch von Wissen bei und werden regelmäßig von der DGM unterstützt.

Neben der Projektförderung zeichnet die DGM jedes Jahr Wissenschaftler aus, die mit ihren Arbeiten bedeutend zur Erforschung neuromuskulärer Erkrankungen beigetragen haben. Der Junior-Preis bestätigt jüngere Wissenschaftler in ihren ersten Erfolgen und dient als Anreiz sich weiterhin auf diesem Gebiet zu betätigen. Mit dem Felix-Jerusalem-Preis werden Forscher für ihre Verdienste bei der Erforschung von Pathomechanismen und für objektiv nachvollziehbare Therapieerfolge bei allen Arten von neuromuskulären Erkrankungen ausgezeichnet. Er wird in der Regel in drei Stufen vergeben.
Der höchste Preis, den die DGM vergibt, ist der Duchenne-Erb-Preis. Er wird nur jedes zweite Jahr an Wissenschaftler vergeben, die durch jahrelangen Einsatz in der Erforschung der neuromuskulären Erkrankungen Herausragendes geleistet haben.

Forschungsförderung heißt Hoffnung geben. Hoffnung darauf, dass für unheilbare und dramatisch verlaufende Erkrankungen, auch ohne die Unterstützung der Pharmaindustrie, erfolgreiche Therapien gefunden werden können.

Weitere Informationen zur Forschung und Forschungsförderung der DGM finden Sie hier. (http://www.dgm.org/medizin-forschung/forschung)

Sollten Sie Interesse an Informationen zu Forschung und Forschungsförderung der DGM im Jahr 2013 haben, können Sie bei der Bundesgeschäftsstelle unter patricia.habbel-steigner [at] dgm.org den vollständigen Forschungsbericht anfordern.