50 Jahre DGM – 50 Jahre Ehrenamt für Muskelkranke

Das Kontaktpersonen-Symposium der DGM im Jubiläumsjahr

(sb) Strahlender Sonnenschein über grünen Hügeln, Wiedersehensfreude und Willkommensgelächter und mindestens ebenso strahlende Gesichter der Ankömmlinge – schon bei der Ankunft in Hohenroda war schnell klar: Das Kontaktpersonen-Symposium vom 02. bis 04.10.2015 wird einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr der DGM!

Wie gewohnt startete der Freitagnachmittag nach der langen Anreise mit Bewegung. Ob Naturspaziergang, Nordic-Walking, Kennenlernen mit Spaß und Spiel oder Ankommen bei Kaffee und Gebäck in der Lounge, schnell war sich keiner mehr fremd und alle starteten aufgeregt und neugierig ins gemeinsame Wochenende. Jeder der wollte konnte sich kurz nach dem Ankommen fotografieren lassen. Aus den Fotos entstand eine große Fotowand, deren Wachsen immer wieder bewundert wurde und auf der die Portraits der Kontaktpersonen als „Gesichter der Selbsthilfe in der DGM“ zu sehen waren. Das eigene Gesicht unter vielen zu sehen, die alle gemeinsam etwas erreichen und anderen helfen wollen, war für viele Kontaktpersonen und auch für die Mitarbeiter der DGM ein besonderes Erlebnis.

Am frühen Abend begrüßte Herr Dr. Perschke alle Anwesenden, nahm Bezug auf das Jubiläumsjahr und die Wichtigkeit der Kontaktpersonen in den letzten 50 Jahren. Das folgende gemeinsame Abendessen überzeugte wie immer mit „Hohenroda-Qualität“: Lange Schlangen am Buffet und begeisterten Gesprächen voller Vorfreude, nicht nur auf das leckere Essen, sondern auch auf die Runden Tische am Abend. Zu verschiedenen Themen, z. B. Schatzmeister, Angehörige, Junge DGM oder spezifische Diagnosen, wurde ein Raum als Gesprächsangebot zur Verfügung gestellt, in dem Interessierte sich treffen und ihre Erfahrungen am „runden Tisch“ austauschen konnten.

Am Samstag startete das Programm mit einem breiten Angebot an Vorträgen. Rechtsanwalt Guido Geray, der die DGM immer wieder mit seinem Know-How unterstützt, nahm die Zuhörer mit auf eine Reise durch das „Sozialrecht in der Praxis“. Im Vortrag „Medizin kompakt – Update Neuromuskuläre Erkrankungen“ brachte Vorstandsmitglied Prof. Dr. Neundörfer die Anwesenden auf den neuesten Stand. Geschäftsführer Horst Ganter gab einen Überblick über „Gesundheitspolitische Entwicklungen“ und die bayrischen Beraterinnen Angelika Eiler und Albertine Deuter sprachen über die „Grundlagen für ehrenamtliche Beratung und Gruppenarbeit“. Dr. Siiri Ann Doka informierte die Zuhörer über „Selbsthilfe – gestern, heute, morgen“ und wagte die ein oder andere Zukunftsprognose. Was passiert wenn die eigenen Grenzen sich melden referierte Helga Schneider-Schelte in ihrem Vortrag „Hart an der Grenze – Herausforderungen und Überforderung in der Selbsthilfe. Den Kontaktpersonen gab schließlich Vorstandsmitglied und Kontaktperson Matthias Küffner ein Gesicht und berichtete aus seinem Alltag für die DGM. Um allen Teilnehmern die Möglichkeit zu bieten zwei Vorträge aus dem reichhaltigen Angebot zu wählen, fand wieder eine Wiederholungsrunde statt.

Nach dem Mittagessen starteten alle Kontaktpersonen und Begleiter in die Workshoprunde. Mit den 12 parallel stattfindenden Workshops, die jeweils einmal wiederholt wurden, fiel die Wahl so manchem schwer. Von der Pflegeeinstufung über das Hilfsmittelportal REHADAT bis hin zu Beratungsfallen, Gesprächsführung in Theorie und Praxis oder Gruppenkultur waren sowohl Angebote zum Hintergrundwissen als auch zur praktischen Erprobung vertreten. In der Präsentation „DGM – die Unbekannte“ fanden sich auch erstaunlich viele alte Hasen wieder und neben dem Führungsseminar fand auch ein Workshop zum Generationenwechsel in der Selbsthilfe statt. Auch der Umgang mit eigenen Grenzen und Überforderung in der Kontaktpersonenarbeit wurde thematisiert und sowohl Lebenslinien einer Kontaktperson als auch die Beratung von Familien fanden begeisterte Teilnehmer.

Nach einer Pause trafen sich alle Teilnehmer abends zum Festakt in der Hessenhalle wieder. 50 Jahre DGM galt es zu feiern und sowohl die Halle, als auch die Teilnehmer hatten sich schick gemacht und lauschten der Begrüßung von Herrn Dr. Perschke, die zum lang ersehnten Abendessen überleitete. Nachdem auch die letzte Dessertschüssel geleert war, gab es für die Kontaktpersonen eine besondere Überraschung. Vorstandsvorsitzender Dr. Perschke bedankte sich im Namen des Vorstandes für die ehrenamtliche Arbeit und das Engagement der Kontaktpersonen und wünschte allen, anlässlich des 50. Geburtstages der DGM, Viel Glück, das dann auch prompt von den Mitarbeitern der Bundesgeschäftsstelle in Form von „Tüten voller Glück“, angefüllt mit Glückssymbolen und glücklich machenden Kleinigkeiten, verteilt wurde. Ein leises Rascheln ging durch den Raum und die Kontaktpersonen inspizierten unter anderem Glückskäfer, Glückskleesamen, Glückskekse und die Handwärmer in Herzform mit Jubiläumsaufdruck.

Den Rückblick am Abend gestalteten Herr Ganter und die Mitarbeiterinnen Frau Meer und Frau Baumgart in Form einer Präsentation durch die letzten 50 Jahre. Dabei wurden nicht nur Zeitgeschichte und DGM-Fakten präsentiert, sondern der Saal auch mit dem ein oder anderen Kinder- oder Jugendfoto der Mitarbeiter zum Schmunzeln gebracht. Zusammengefasst wurde der Rückblick durch einen Impro-Rap der Band Otto Normal. Nach anfänglichen Zögerlichkeiten brachte die Band den Saal schnell zum Tanzen und Wippen und der Abend endete in einem umjubelten Konzert. Mitglieder der Band hatten bei den letzten Mitgliedertagen in einem Workshop mit Muskelkranken den DGM-Song „Miteinander und Selbstbestimmt“ erarbeitet, der die DGM schon durch das ganze Jubiläumsjahr begleitet und natürlich auch an diesem Abend nicht fehlen durfte.

Am Sonntagmorgen startete Johannes Mallow, der Weltmeister im Gedächtnistraining und Kontaktperson der DGM, die Gehirnwindungen aller Anwesenden. Zählen auf Japanisch, die amerikanischen Präsidenten, lange Zahlenkolonnen – nichts war unmerkbar! Im Anschluss stellten sich die MitarbeiterInnen der Bundesgeschäftsstelle persönlich vor und bewiesen, dass Sie kein schwereloses Raumschiff sind, sondern mit beiden Beinen fest am Boden der DGM und den Ehrenamtlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nach einer Akustikversion des DGM-Songs, der Verabschiedung durch Herrn Dr. Perschke und einem gemeinsamen Abschlussfoto, wartete auf manche Teilnehmer noch das Mittagessen, andere brachen direkt Richtung Heimat auf.

Das Kontaktpersonen-Symposium 2015 war ein bereicherndes Wochenende voller interessanter Gespräche, persönlicher Kontakte, wissenswerten und emotionalen Momenten. 50 Jahre DGM haben alle Teilnehmer geprägt und Mut und neue Ideen für die nächsten Jahre wurden gesammelt.

Die Rückmeldungen zum Symposium waren durchweg positiv und das Organisationsteam hat auch Hinweise für das nächste Mal dankend angenommen. Zur guten Stimmung und dem Gelingen des Jubiläums-Symposiums haben nicht nur die Referenten und Organisatoren, sondern auch alle Anwesenden mit guter Laune und viel Offenheit beigetragen. Vielen Dank dafür.

Ermöglicht wurde dieses wunderbare Wochenende durch eine großzügige Förderung der Aktion Mensch, der wir auch an dieser Stelle herzlich danken möchten.

Ein besonderer Dank geht auch an die Hilfsmittelversorger, die bereitwillig geholfen haben. Die Firma HOYER GmbH, hat uns während der Mitgliedertage kostenlos den Schwimmbadlifter Pool-Butler zur Verfügung gestellt und keine Mühen gescheut, damit der Lifter noch rechtzeitig eintraf. Herzlichen Dank an alle Mitarbeiter, die das Badevergnügen für Muskelkranke möglich gemacht haben. Das Sanitätshaus „brücken Sani+Med“ aus Heringen lieferte alle benötigten Hilfsmittel und war wie immer ein zuverlässiger Partner, herzlichen Dank!

Ein herzliches Dankeschön geht selbstverständlich auch an Herrn Schubert und sein gesamtes Hotelteam, das mit unermüdlichem Engagement und viel Flexibilität zu einem unvergesslichen Wochenende beigetragen hat.