2005

23.04.2005

Zweiter länderübergreifende DGM-Kontaktpersonen-Thementag am 23. April 2005 in Leipzig

Anknüpfend an den ersten länderübergreifenden Thementag der Landesverbände Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen im Juni 2004 beschlossen die Landesverbände Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg diese erfolgreiche Idee fortzuführen. So fand am 23. April diesen Jahres der zweite länderübergreifende DGM-Kontaktpersonen-Thementag im Berufsförderungswerk in Leipzig statt.

Nachdem alle 38 Teilnehmer den Weg zum Veranstaltungsort bei weitgehend sonnigem Wetter gefunden hatten, gab es mit belegten Brötchen und frischem Kaffee gleich eine kulinarische Stärkung. So fiel es Herrn Murrer vom LV Sachsen auch nicht schwer, die Teilnehmer freudig zu begrüßen und ihnen kurz den Ablauf der Veranstaltung darzulegen. Danach überbrachte Frau Bergemann von der Bundesgeschäftsstelle der DGM Grüße von dort und eröffnete nach ein paar einleitenden Worten zum gegenseitigen Kennenlernen einen kleine Vorstellungsrunde. Jeder Teilnehmer nannte seinen Namen, den jeweiligen Landesverband und seine momentane, gefühlsmäßige "Wetterlage". Zum Glück schien bei den meisten Teilnehmern die Sonne, nur bei wenigen "regnete" oder "gewitterte" es! Herr Schneider vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Thüringen informierte anschließend über die seit dem 01.Juli 2004 bestehende Möglichkeit der Beantragung eines sog. "trägerübergreifenden Persönlichen Budgets". Danach wird dem "Hilfebedürftigen / Anspruchsberechtigten" ein Budget von verschiedenen Leistungsträgern zur Verfügung gestellt, dass sich anhand einer Zielvereinbarung an seinen persönlichen Verhältnissen bemisst. Im Vergleich zum bisherigen System soll dem Anspruchsberechtigten mehr Selbstverantwortung und damit mehr Selbstbestimmung gewährt werden. Gleichzeitig erhofft sich der Gesetzgeber dadurch auch Kosteneinsparung. Die Art dieser Leistungserbringung befände sich bis zum 31.12.2007 in einer Modellphase und könne alternativ zum bestehenden System beantragt werden. Während des Vortrages kam es zu verschiedenen Zwischenfragen der Teilnehmer, einige äußerten, dass sie Verständnisprobleme mit dem neuen System hätten. Herr Schneider versuchte aufzuklären, riet allerdings gleichzeitig davon ab, zum jetzigen Zeitpunkt ein "trägerübergreifendes Budget" zu beantragen, da bei den Leistungsträgern ganz einfach noch die Erfahrung fehle.

Während der anschließenden Mittagspause gab es einige Unterhaltungen zwischen den Teilnehmern. Man tauschte sich aus und lernte sich ein wenig näher kennen.

Nachdem sich alle Teilnehmer, wohl gestärkt, wieder im Seminarraum eingefunden hatten, hielt Frau Römer-Kirchner vom Pflegebudget-Büro Erfurt einen Vortrag über das sog. "Pflegebudget", ein Projekt der Pflegekassen, das sich ähnlich dem "trägerübergreifenden Persönlichen Budget", bis zum 28.02.2008 in einer Modellphase befindet. Es wird derzeit in sieben Regionen mit ca. 1000 Budgetnehmern getestet. Voraussetzung für das "Pflegebudget" ist ein Anspruch auf Leistung der Pflegeversicherung. Neben den bisherigen Möglichkeiten, einen ambulanten Pflegedienst zu beauftragen (Sachleistung) bzw. Pflegegeld zu beziehen, soll das "Pflegebudget" eine alternative Geldleistung sein, mit der man Pflege und Hilfe entsprechend den persönlichen Verhältnissen und Bedürfnissen erwerben kann. Unterstützung erhält man durch speziell ausgebildete Berater, sog. "Case Manager", die u.a. anhand eines Fragebogens den individuellen Hilfebedarf des Anspruchsberechtigten ermitteln, die Umsetzung der Hilfe planen und dabei auch die Qualität der Hilfeerbringung überwachen. Gegenüber den Pflegekassen stellen Sie den Kontakt zum Anspruchsberechtigten her und geben entsprechenden Information. Im Rahmen der Erprobung bis 2008 soll vor einer bundesweiten Einführung geprüft werden, ob sich für den Pflegebedürftigen die Qualität der Pflege verbessert und die Finanzmittel besser genutzt und damit die Pflege kostengünstiger gestaltet werden kann. Gleichzeitig soll dem Pflegebedürftigen die Möglichkeit eingeräumt werden, möglichst lange in seiner eigenen Wohnung und nicht in einem Pflegeheim zu leben. Wie auch bei dem vorangegangen Vortrag gab es hitzige Diskussionen über den Sinn und die Komplexität des "Pflegebudgets", was sicherlich nicht nur daran lag, dass die Klimaanlage zwischenzeitlich abgeschaltet worden war.

Anschließend fand ein allgemeiner Austausch über die Tätigkeit als Kontaktperson statt bzw. zur DGM im Allgemeinen. Dazu wurden verschiedenfarbige Kärtchen ausgeteilt, auf denen man Dinge notieren konnte, die man für verbesserungswürdig hält, zu denen man noch Frage hat bzw. die einem Freude bereiten. So bereitet es z.B. vielen einerseits Freude im Verband zu arbeiten und Betroffenen zu helfen, andererseits sei aber dadurch manchmal auch eine zeitliche Überforderung zu spüren. Gelobt wurde die Unterstützung der Kontaktpersonenarbeit durch die Bundesgeschäftsstelle und die jeweiligen Landesverbände mit Infomaterial und den Internet-Auftritten. Angeregt wurde u.a. eine Wiederholung des Thementages, was darauf schließen lässt, dass dieser bei den Teilnehmer positiv ankam.

Nach einem Gruppenfoto zur Erinnerung traten am späten Nachmittag alle Teilnehmer, um einige Erfahrungen reicher, die Heimreise an.

An dieser Stelle sei allen Kontaktpersonen für die rege Teilnahme und Mitarbeit an der Veranstaltung gedankt!

Lars Vieweg, LV Sachsen